Paleo Grundlagen 1: Was ist Paleo?

Dieser Beitrag ist der erste einer ganzen Beitragsserie, in der ich dir die Grundlagen von Paleo vermitteln werde. Da ich selbstverständlich nicht der erste bin, der das tut (du findest mittlerweile einige wirklich erstklassige, deutschsprachige Blogs über Paleo im Netz) möchte ich dir dadurch einen Mehrwert generieren, in dem ich dies immer wieder unter einem Blickwinkel beleuchte, den ich das Explore-Prinizp genannt habe. Was sich dahinter verbirgt, wirst du in diesem Artikel ebenfalls erfahren.

Lass uns also direkt mit einer kleinen Einleitung zu Paleo anfangen:

In unserer heutigen Zeit propagieren unzählige Ernährungssysteme und Lifestylemodelle einen gesunden Lebensstil. Teils stehen sich diese sogar diametral entgegen, so dass man sehr schnell an den Punkt kommen kann, das frisch gestartete Projekt „gesünder Leben zu wollen“ wieder an den Nagel zu hängen. Dabei kann es mitunter sehr frustrierend sein, wenn man nach anfänglichen Elan und einiger Recherche meist noch ratloser zu diesem Thema zurück bleibt, als man davor war.

Gerade wenn man sich auf etwas einlassen möchte, in das man auch Zeit, Energie und Disziplin stecken muss, ist es wichtig, mit einer gewissen Grundüberzeugung und halbwegs frei von Zweifeln zu starten. Diese Sicherheit stellt letztlich einen großen Teil der Anfangsmotivation welche notwendig ist, eine Sache auch konsequent durchzuziehen.

Paleo kann dir genau das bieten, denn statt dogmatisch das non plus ultra zu propagieren, kommt Paleo eigentlich ganz pragmatisch daher. Und das Beste daran: Es regt dich zum aktiven Gestalten an und bietet dir unzählige Möglichkeiten, alles an deine eigene, individuelle Lebensrealität anzupassen. Alles was du dazu benötigst, ist Motivation und Wissen. Beides möchte ich dir mit diesem Blog vermitteln, wobei es in diesem Beitrag um das grundlegende Wissen darüber geht, was Paleo eigentlich ist.

Was also ist Paleo?

Nun, eigentlich ist es ganz einfach. Paleo stellt die Frage, was eigentlich artgerecht für Homo Sapiens ist. Dahinter verbirgt sich die Überzeugung, das der menschliche Körper dort am besten funktioniert, wo er von seiner evolutionären, genetischen Ausstattung eigentlich steht. Orientieren wir uns an diesem Entwicklungsstand – so die Theorie – ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, einen optimal gesunden Lebenswandel zu bestreiten.

Hier bringt Paleo die Evolution ins Spiel und trifft eine weitere Annahme. Evolution verläuft im großen Ganzen gesehen sehr gemächlich. Unter diesem Gesichtspunkt können wir davon ausgehen, dass wir uns in den letzten 100.000 Jahren aus evolutionärer Sicht im Durchschnitt nicht wesentlich weiter entwickelt haben. Die Antwort auf unsere Frage nach der artgerechten Lebensführung ist demnach in dieser Zeit zu suchen. Einfach, weil wir davon ausgehen, dass wir unsere Körper genau dann optimal versorgen und nutzen, wenn wir uns an dieser Zeit orientieren.

Das heißt jetzt allerdings nicht, dass du dir direkt einen Speer schnitzen und im nahegelegenen Wald auf Großwildjagd gehen sollst. Gegenüber unseren Urahnen haben wir den großartigen Vorteil, dass wir das für uns Positive aus dieser Urzeit auf unser modernes Leben im 21. Jahrhundert übertragen können. Mehr noch, wir können uns die Grundlagen dieser Epoche zu eigen machen und gewinnen dadurch einen gesunden Kompass um aus dem Überfluss der Moderne vernünftig und wertvoll auswählen zu können. Und genau das ist Paleo.

Keine Sorge, je mehr du dich mit Paleo beschäftigst und je öfter du dieses Prinzip anwendest, desto zielgerichteter wird dein Kompass auch ohne Anleitung durch Bücher und Blogs werden.

Gerade diese Herangehensweise, nämlich selbst aktiv zu werden und interessiert aber durchaus kritisch hinterfragend durch die Welt zu ziehen, möchte ich dir mit diesem Blog vermitteln. Paleo ist eben kein ideologisch aufgeladenes, starres System sondern vielmehr eine Reise zu unseren Wurzeln, und damit auch letztlich zu uns selbst. Ich fasse das auf diesem Blog unter dem Begriff „Explore-Prinzip“ zusammen, mit welchem ich Paleo zu Explore-Paleo erweitere um dir eine weitere Facette der Paleo-Welt neben den anderen, exzellenten Paleoblogs im deutschsprachigen Raum bieten zu können. Besonders hier im Knowledge-Bereich wirst du immer wieder darauf treffen, während du hier auch das theoretische Grundgerüst zum selber losziehen finden wirst.

Paleo berührt dabei nicht nur unsere Ernährung und die Auswahl der Lebensmittel, sondern gleichberechtigt auch die Art wie und wie oft wir uns bewegen, wie intensiv unsere Anstrengungs- und Ruhephasen sind und wie fokusiert wir an unserer Freizeit teilhaben. All dies beleuchten wir mit dem Blick auf unsere Urahnen und interpretieren dies im 21. Jahrhundert neu. Wir orientieren uns also an Homo Sapiens als Jäger uns Sammler und schauen uns hier nicht nur die ihm verfügbaren Nahrungsmittel, sondern auch seine Bewegungsmuster ganz genau an.

Selbstverständlich begeben wir uns damit auch – so ehrlich muss man sein – nicht unerheblich ins Reich der Spekulationen. So richtig wissen können wir heute an Hand von ein paar fossilen Überresten und geologischen Daten natürlich nicht, was unsere Vorfahren den lieben, langen Tag so trieben.

Wir brauchen also auch eine Art Feedback zu unseren Theorien und das finden wir in uns selbst. Wenn wir wieder lernen, genau auf die Signale unseres Körpers zu lernen, dann können wir auch sehr präzise erkennen, was uns gut tut und was uns nicht gut tut. Da uns das immer besser gelingt, je weniger Giftstoffe in unserem Körper sind, empfiehlt es sich zu Beginn der Paleo-Umstellung eine gewisse Zeit (man spricht gerne von 30 Tagen) sehr strikt nach Paleo zu leben. Nach diesem Zeitraum bist du quasi in einem gereinigten, unbelasteten Zustand und kannst Veränderungen in deinem Wohlbefinden viel deutlicher wahrnehmen.

Bald erscheint der nächste Artikel dieser Reihe. Dort nehmen wir uns dann die Positivliste an Nahrungsmitteln vor.

War dieser Beitrag hilfreich? Sind noch Fragen zu dem Thema offen? Schreib es mir in einem Kommentar.

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