Motiviert für den healthy Lifestyle: Wie ein Schwein einen Hund austrickst

Diesen Beitrag schreibe ich im Rahmen einer Blogroll, deren Thema in meinen Augen absolut sinnvoll ist. „Motivation für Gesundes“ nennt sich das Ganze und wurde von begrazia ins Leben gerufen. Da im Rahmen dieser Aktion schon ein paar schöne Artikel über die Motivation zum Sporteln verfasst wurden, und ich auch selbst schon über die  Vorteile von Sport und Bewegung geschrieben habe, möchte ich mit diesem, auch mit einem Augenzwinkern zu sehenden Artikel einen anderen Ansatz verfolgen um die Sammlung toller Artikel im Rahmen dieser Aktion sinnvoll zu ergänzen.

Entstanden ist dabei eine Geschichte von Hunden und Schweinen in unserem Inneren:

Zugegeben, nichts fällt dem Menschen so schwer, wie seine Gewohnheiten über Bord zu werfen. Tatsächlich lässt sich auch dieses Verhalten mit unserer genetischen Programmierung begründen, denn es ist tief in unserer Evolution verwurzelt. Gewohntes war gerade in den Zeiten, als es für Homo Sapiens überall noch ums nackte Überleben ging stets ein guter Ratgeber für Sicherheit. So braucht es uns nicht zu wundern, dass es uns erst mal schwer fällt, wen wir Grundlegendes im Leben ändern wollen.

Nun bedeutet diese kleine Entscheidung gesünder Leben zu wollen allerdings die wohl größte Transformation im eigenen Lebensalltag, welche man sich überhaupt auf die Fahne schreiben kann. Zumindest dann, wenn man dies ernst und nachhaltig meint und man eben nicht nur davon spricht, auf die schnelle mal eben 2 oder 3 Kilos abnehmen zu wollen. Auch bei Paleo wird deshalb immer wieder betont, dass es eben nicht nur um eine Diät, sondern um eine komplette Umstellung des eigenen Lebens geht und gehen muss. Essen, Bewegung, Erholung, Glück und Zufriedenheit durch Genuss sowie achtsamer Umgang mit sich und seinem Umfeld, das macht man eben nicht nur 30min am Tag, das ist tatsächlich ein Fulltime-Job dem die alten, lieb gewonnenen Gewohnheiten dabei oftmals auch direkt im Weg stehen.

Klar, die unzähligen positiven Veränderungen, die mit einem solchen Lifestyle daher kommen sind für sich schon ein wahrer Paukenschlag an Argumenten. Doch auch die besten Argumente reichen oftmals alleine nicht aus, um gegen den evolutionären Schweinehund anzukommen. So ticken wir einfach nicht. Denk z.B. an die Raucher. Jedem davon ist klar, dass er sich mit dem Rauchen seine Gesundheit ruiniert, sprich die Argumente sind da. Hilft aber erst mal nichts, es muss noch mehr dazu kommen um den Wandel einzuleiten.

Wie also kann es für jeden persönlich gelingen, den sprichwörtlichen Arsch hoch zu bekommen und sein Leben aktiv und nachhaltig umzubauen? Wie schafft man es, gleichzeitig die Ernährung umzustellen, Sport und Bewegung in seinem Leben zu verankern, besser und ausreichend zu schlafen und den Rest der dann noch übrig bleibenden Zeit sinnvoll und möglichst intensiv zu genießen?

Wie besiegen wir den evolutionären Schweinehund?

Da dies ein Blog über Paleo ist, stelle ich dir hier eine Strategie vor, die daher auch ganz paleo-mäßig daherkommt. Das ist keine step-by-step-Anleitung, denn so verschieden wie wir alle sind, musst du dich auch bei dieser Methode mit dir selbst beschäftigen um einen Weg zu finden, diesen Ansatz auf deine eigene Lebensrealität zu übertragen.

Eben haben wir festgestellt, dass der Schweinehund ein uralter, evolutionär verankerter Trieb in unserem unterbewussten Verhalten ist. Ein geduldiges kleines Biest, dass auch gerne mal kleinere Niederlagen hin nimmt, um im geeigneten Moment der persönlichen Schwäche wieder mit voller Kraft zurück zu schlagen. Was, wenn wir ihm einen mehr als würdigen Gegner entgegensetzen könnten? Einen ebenso tief in unserem Unterbewusstsein verankerten, uralten und ungeheuer mächtigen Gegenspieler der uns und unser Verhalten ebenso hartnäckig und langatmig durchdringt? Die Rede ist von unserem Egoschwein.

Ja, du hast gerade richtig gelesen. Je nach Leseart lässt sich entweder unser gesamtes, oder zumindest ein großer Teil unserer Handlungen auf Egoismus zurückführen. Und das ist auch gar nicht so negativ, wie es im Zeitgeist gerne mal dargestellt wird. Egoismus ist erst mal keine negative Sache an sich, sondern schlichtweg Antrieb unserer Handlungen. Auch unsere Abneigung gegenüber Veränderung speist sich letztlich („Ich will mich keiner möglichen Gefahr aussetzen, wenn nicht unbedingt notwendig“) aus dieser Quelle. Wenn wir uns nun selbst klar machen, dass unser Wunsch nach gesunder Lebensführung letztlich zu tiefst egoistisch ist, entziehen wir dem Schweinehund an der Stelle seinen Boden.

Du nimmst nicht für andere ab, das tust du für dich. Selbst wenn du denkst, dass du für deine Partnerin oder Partner abnimmst, stimmt das nicht ganz. Letztlich tust du auch dies, weil es dir dann ein besseres Gefühl gibt, etwas für sie oder ihn getan zu haben. Das du dich gesund ernährst, machst du für deinen eigenen Körper. Du arbeitest an deiner Gesundheit, an deiner Ausdauer, an deiner Kraft, an deiner mentalen Stärke. Nicht an der der Anderen. Transformation ist in letzter Instanz immer egoistisch motiviert. Das ist purer Egoismus in positivem Sinn. Wenn du das verstanden und auch verinnerlicht hast, kannst du die mentale Stärke aufbringen, um alte Gewohnheiten effektiv und nachhaltig aufzubrechen. Egoismus ist nicht per se negativ. Egoismus ist so gesehen erst mal nur ein neutraler aber mächtiger Trieb, den du (möglichst sinnvoll) nutzen solltest. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Nachdem du mit diesem „umprogrammierten“ Egoismus für eine gewisse Zeit die Ausdauer an den Tag gelegt haben wirst, um gegen deine alten Gewohnheiten anzukämpfen und dich für all das neue in deinem Leben zu motivieren, wird auch der neue Lebenswandel irgendwann zur Gewohnheit werden. Du wirst also auch diese irgendwann „umprogrammiert haben“.

Also schnapp dir dein Egoschweinchen und mach Jagd auf deinen Schweinehund. Willkommen in deinem neuen Leben.

1 meinte zu “Motiviert für den healthy Lifestyle: Wie ein Schwein einen Hund austrickst”

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